Mehr Wertschätzung für regionale Produkte: Von Raps bis Schnaps – von Wein bis Schwein

Veröffentlicht am 29.03.2023 in Landwirtschaft & Forsten

Niederbayerischer Bauernverband im Gespräch mit Landwirtschaftspolitikerin Ruth Müller auf dem Hof von Thomas Koller in Greilsberg

165 Direktvermarkter gibt es laut Direktvermarkterbroschüre des Landratsamts im Landkreis Landshut. Das ist eine hohe Dichte und eine breite Angebotspalette für alle Käufer von frischen und klimaschonenden landwirtschaftlichen Produkten in der Region. Die Landwirtschaftspolitikerin und Generalsekretärin der BayernSPD hatte sich für ein Gespräch zum Themenbereich Direktvermarktung bewusst die Gemeinde Greilsberg für einen fachlichen Austausch mit dem niederbayerischen Bauernverband ausgesucht: „Greilsberg ist ein Direktvermarkter-Hotspot mit Vorbildfunktion. Hier vor Ort klappt die Zusammenarbeit besonders gut. Man merkt, dass hier alle vernetzt denken und der direkte Draht zwischen Erzeuger und Verbraucher funktioniert“, so Ruth Müller bei ihrem Besuch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb mit angegliederter Brennerei von Thomas Koller. Koller ist der erste Edelbrandsommelier in Niederbayern und rundet mit seinen hausgebrannten Likören und Schnäpsen sowie den Speisekartoffeln im ganzjährig geöffneten Selbstbedienungshofladen die landwirtschaftliche Produktvielfalt in Greilsberg ab. Neben Koller gibt es hier noch die Imkerei Bergmüller, die Seifenmanufaktur Gottschalk  sowie den Hühnerhof mit Hofladen von Direktvermarkterin Andrea Löffler. Für 197 Einwohner eine ganze Menge. Bürgermeister Werner Klanikow betonte die gute Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde: „Wir stehen immer im Dialog und selbstverständlich wollen wir als Verwaltungsbehörde unseren Teil dazu beitragen, dass das Lebensmittelangebot, das bei uns hergestellt wird, so gut und vielfältig bleibt.“

Vertreter des Arbeitskreises Direktvermarktung des niederbayerischen Bauernverbands hatten sich gemeinsam mit der Agrarpolitikerin und den örtlichen Direktvermarktern auf dem Hof von Thomas Koller eingefunden, um aktuelle Herausforderungen für die regionalen Direktvermarkter zu besprechen. Im Gespräch wurde schnell klar, dass die landwirtschaftlichen Wechselwirkungen der vergangenen Jahre in direktem Bezug zum Umsatz der Landwirte im Bereich Direktvermarktung steht. „Corona hat den Verbrauchern die Augen geöffnet, wie wichtig es ist, dass wir gute und regionale Produkte zur Verfügung haben“, so Siegfried Jäger, der im Herbst 2022 neu gewählte Bezirkspräsident des Bauernverbands Niederbayern, „leider verzeichnen viele Hofläden nach zwei Spitzenjahren nun wieder Umsatzeinbußen, denn der Nachfrageboom nach gesunden regionalen Lebensmitteln wird gerade durch die energiepreisbedingten Kostensteigerungen und die Inflation wieder gebremst.“ Die Vertreter des Bauernverbands legten weitere Schwierigkeiten für die Direktvermarkterbranche dar: die neue Bonpflicht an Milchtankstellen etwa macht den Besitzern von Milchautomaten Sorgen. Hier war man sich schnell einig, dass die Frist zur Nachrüstung so ausgestaltet sein sollte, dass es längere Übergangsfristen geben müsse, bis ein Automat ausgetauscht werde. Einer Meinung war man auch über die ausufernden Dokumentationspflichten der Direktvermarkter, etwa im Bereich Packstellenzertifizierung beim Eierverkauf oder auch beim Thema Schlachthausanforderungen, unabhängig von der Größe oder Schlachtzahl des jeweiligen Betriebs. Sebastian Dickow, der stellvertretende  Präsident des Bauernverbands Niederbayern forderte zudem eine Erhöhung der bestehenden Umsatzbegrenzung von 51.500 €: „Wir brauchen einen steuerlichen Inflationsausgleich. Hier muss eine deutliche Erhöhung erfolgen.“

Landwirtschaftspolitikerin Ruth Müller erklärte zudem, dass ihrer Ansicht nach das größte noch nicht ausreichend genutzte Potenzial für den Absatzmarkt der Direktvermarkter in der Gemeinschaftsverpflegung liegt: „Wenn wir in den Kitas, in den Krankhäusern und in den Seniorenheimen gesunde und regionale Kost zur Pflicht machen, haben wir unmittelbare Wertschöpfung vor Ort und zugleich den Schlüssel für eine planbare Zukunft für unsere Direktvermarkter.“  Müller forderte, dass die Kommunen und der Freistaat hier mit den Landwirten Hand in Hand arbeiten müssen: „Wir brauchen eine verpflichtende Quote von regionalen Produkten in unseren Gemeinschaftseinrichtungen. Das ist nicht nur Ernährungsbildung, sondern auch Klimaschutz wegen der kürzeren Wege und macht einfach in jeder Hinsicht Sinn – für unsere Landwirte und für die Verbraucher.“

 

Die Abgeordnete Ruth Müller versprach den Gesprächsteilnehmern ihr parlamentarisches Fragerecht für die Themen EU Packstellen bei der Vermarktung von Eiern sowie das bayernweite Angebot von Qualifizierungskursen für dezentrales Schlachten zu nutzen und gemeinsam mit dem Bauernverband entsprechende politische Initiativen anzustoßen. Außerdem wird sie die Erhöhung der Umsatzbegrenzung nach Berlin weiterreichen.

 

Bildunterschrift v. l. n .r.:

Gertraud Eichstetter  (Koferer Milchtankstelle), Johann Knott (Sprecher der Nebenerwerbslandwirte im BBV Ndb), Sebastian Dickow (stv. Präsident BBV), Andrea Löffler (Löffler-Ei), Thomas Koller (Destillerie Greilsberg), Werner Klanikow (Bürgermeister Bayerbach bei Ergoldsbach), Ruth Müller (agrarpolitische Sprecherin der SPD Landtagsfraktion), Siegfried Jäger (Präsident BBV Niederbayern), Martin Hohenester,  Peter Huber (Direktor BBV) , Christoph Parzefall (Referent für Diversifizierung BBV Ndb/Opf)

 

Bild: Sigrid Altweck

 

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