Kontinuierlicher Anstieg der Drogendelikte an ndb. Schulen

Veröffentlicht am 14.03.2018 in Gesundheit

Die Zahl der Drogendelikte an den niederbayerischen Schulen hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Seit 2012 verzeichnet die bayernweite Statistik eine Zunahme der Rauschgiftdelikte von 78 Prozent auf 464 Delikte. Das hat eine parlamentarische Anfrage der SPD Landtagsfraktion ergeben. Niederbayern ist ganz vorne mit dabei, die neue Statistik zeigt für den Zeitraum zwischen 2012 und 2016 in Bezug auf Cannabis Konsum eine mehr als Verdreifachung der Fallzahlen am Tatort Schule. Damit wurden die meisten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz an den niederbayerischen Schulen wegen Cannabis registriert.

Ruth Müller, MdL und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag fordert deshalb eine Überarbeitung der Präventionskonzepte im Kultusministerium. Die schulische Suchtprävention in Bayern beruhe auf Richtlinien, die über ein Vierteljahrhundert alt seien (von 1991), der Umgang von Jugendlichen mit Drogen sei heute ein anderer als damals. Das Lifestyle orientierte Rauschmittelangebot sei heute deutlich größer und der Drogenerwerb oftmals leichter: „Die Jugendsozialarbeit an den bayerischen Schulen muss angesichts dieser neuen Zahlen gestärkt werden, damit stärkerer Fokus auf schulische Suchtprävention sowie den Aspekt der Persönlichkeitsentwicklung in der schulischen Bildung gelegt werden kann“, äußerte Ruth Müller ihre Besorgnis über die aktuellen Erkenntnisse.

 

In seiner Antwort an die SPD-Politiker beschreibt Kultusminister Spaenle, dass im Rahmen der Lehrerfortbildung "Lions Quest – Erwachsen werden" für Lehramtsanwärter Seminaranrechnungsstunden von rund 23.000 Euro vergeben werden. Für das Projekt "FreD – Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten" seien 2017 knapp 240.000 Euro aufgewendet worden, hinzu kämen Aufwendungen von rund 730.000 Euro für die Aktion Jugendschutz und das Projekt Elterntalk von knapp 800.000 Euro.

Für Müller "sind das keine Riesensummen, da braucht es mehr Mittel. Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.“

 

Die Staatsregierung gibt in Niederbayern jährlich rund 4 Cent je Einwohner für Suchtprävention aus. Das ist nicht einmal ein Hundertstel dessen, was die Krankenkassen jedes Jahr insgesamt für Prävention ausgeben. Die neuen Zahlen für Niederbayern sollten Alarmzeichen genug sein, um Suchtprävention als integralen Bestandteil der Schulentwicklung endlich stärker in den Vordergrund zu rücken.

 

 

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