Artenschutz geht nur gemeinsam mit der Landwirtschaft

Veröffentlicht am 12.08.2017 in Landwirtschaft & Forsten

Bei einem Ortstermin mit der Besichtigung eines Feldes von Landwirt Hans Klenk aus Rennhofen tauschten sich Vertreter aus Politik, Landwirtschaft, Imkerei und Naturschutz zu den Themen Artenschutz und Bienen aus. Es informierten sich die SPD-Landtagsabgeordneten Harry Scheuenstuhl und Ruth Müller sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Träger über die Artenschutzsituation im Landkreis Neustadt a.d.Aisch – Bad Windsheim. Dabei waren mit Jürgen Dierauff vom ansässigen BBV-Kreisverband, Matthias Rühl vom Kreisverband des Landesverbands Bayerischer Imker, Peter Meyer vom BDM-Kreisverband sowie Dagmar Nitsche vom Bund Naturschutz Vertreter der für den Artenschutz wichtigen Verbände.

Der Artenverlust sei „dramatisch“ mahnte Carsten Träger, Parlamentarischer Beirat für Nachhaltigkeit des Bundestags. Eine Studie in Nordrhein-Westfalen stellte einen enormen Insektenverlust über die letzten Jahre fest (80% Biomasse). Dringenden Handlungsbedarf sahen alle Anwesenden. „Die Ertragssteigerung in der Landwirtschaft ist ein zweischneidiges Schwert“, erklärte Harry Scheuenstuhl. Für die Artenvielfalt sei die höhere Produktivität nicht förderlich, trotzdem sei eine Rückkehr zu einer kleinparzellierten Landwirtschaft natürlich unmöglich. Dem stimmten Dierauff und Meyer zu und beschrieben die Maßnahmen der Landwirtschaft zur Sicherung der Artenvielfalt. Hierzu zählen beispielsweise Blühstreifen an Ackerrändern, die Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln und die Änderung der Spritztechnik. Gleichzeitig machten sie ebenso wie Carsten Träger klar, dass die Landwirtschaftspolitik umdenken muss. So müssen der Arten- und Naturschutz als Ökosystemleistungen endlich zur Pflichtaufgabe werden und dementsprechend zum Beispiel für die Landwirten finanziell attraktiv gestaltet werden. Dagmar Nitsche stimmte zu, dass ein größeres Umdenken erfolgen muss. Dabei reiche es nicht aus, wenn weniger gemäht wird – es müsse stattdessen neu gepflanzt werden. Denn „wenn wir auf Straßenbegleitgrün vertrauen müssen, haben wir schon verloren“, so Nitsche. Matthias Rühl sieht das ähnlich. Die Blühstreifen auf landwirtschaftlichen Feldern seien eine gute Idee, gerade weil dadurch ein für die Bienen so wichtiges Mosaik in der Landschaft entsteht. Das sei unbedingt nötig, denn bereits jetzt ist eine Bienenhaltung in manchen Teilen des Landkreises Neustadt a.d.Aisch – Bad Windsheim nicht mehr möglich. Ruth Müller, Mitglied im Landwirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags und Sprecherin für Imkerei, unterstrich, dass verschiedene Akteure beim Artenschutz gefragt sind. So können Landwirte über Maßnahmen wie Blühstreifen den Naturschutz unterstützen. Auch der Einzelne könne die Natur und die Imkerei durch „unaufgeräumte Gärten“ mit Obstbäumen und etwas Wildwuchs unterstützen. Denn, so die SPD-Politikerin Müller, „stirbt die Biene, stirbt langfristig auch der Mensch“. Deshalb müsse dem Bienensterben unbedingt Einhalt geboten werden.

 

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