Wo das Grüne Gold veredelt wird

Veröffentlicht am 05.07.2021 in Adventskalender

MdL Ruth Müller besucht Mainburger Firma Hopsteiner

 

Grün ist die Farbe, die bei der Firma Hopsteiner auf dem Gelände dominiert, denn seit über 175 Jahren hat sich der Betrieb in Mainburg dem „grünen Gold“ verschrieben. Wie sich der internationale Hopfenhandel entwickelt und welche Veränderungen es durch den Klimawandel geben wird, darüber unterhielt sich die Landwirtschaftspolitikerin Ruth Müller, MdL aus Pfeffenhausen mit dem Geschäftsführer Joachim Gehde beim gemeinsamen Besuch mit  den beiden SPD-Stadträten Hans Niedermeier und Edgar Fellner. Begleitet wurde die SPD-Delegation von Bundestagskandidat Vincent Hogenkamp. „Es ist gerade einmal zwei Jahre her, dass der Citrus Bark Cracking Virus die Hopfenpflanzer in der Region in Aufregung versetzt hat“, erinnerte sich Ruth Müller. „Umso wichtiger ist es, in Forschung und Züchtung hinsichtlich klima- und stressresistenter Sorten zu investieren“, machte Joachim Gehde deutlich. Seit 16 Jahren leitet er als Geschäftsführer die Geschicke eines der größten Hopfenhandels-Unternehmen in der Hallertau, das mit über 200 Mitarbeitern Hopfenpellets und Extrakte aus allen Hopfensorten anbietet. „Eine unserer neuesten Züchtungen ist die Sorte Akoya, die ertragreich und klimastabil ist“, berichtete Geschäftsführer Gehde. Vor über 50 Jahren sei die bekannte Sorte „Perle“ gezüchtet worden, doch ähnlich wie beim Weinbau müssten sich die Hopfenpflanzer an veränderte klimatische Bedingungen anpassen, deshalb teste man in der eigenen Versuchsbrauerei den Geschmack und die Aromastabilität der neuen Sorten. Neben dem eigenen Züchterprogramm erfolgt auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Hopfenforschungszentrum Hüll. „Auch wenn Craft-Biere mit Aroma-Hopfen wie Mandarina Bavaria im Trend sind, so machen sie doch nur drei Prozent des Absatzes aus“, setzte Joachim Gehde die Zahlen in ein reelles Verhältnis. Und für die übrigen 97 Prozent des Bierabsatzes seien die klassischen Standardbiere gefragt. Während andere Branchen in den Corona-Monaten mit Umsatzrückgängen oder Lieferschwierigkeiten kämpften, sei man gut durch das Jahr gekommen, antwortete Joachim Gehde auf die Frage der Abgeordneten nach wirtschaftlichen Auswirkungen durch die Pandemie. Man habe auf Home-Office umgestellt, wo es ging und investiere auch weiterhin in die Digitalisierung der Betriebsprozesse.  „Die Bierproduktion ist gerade einmal um zehn Prozent zurückgegangen, wir sind in unserem Geschäft an Schwankungen von Angebot und Nachfrage gewöhnt, die in manchen Jahren auch durch die Witterungsverhältnisse verursacht werden“. Der Hopfen, „der jeden Tag seinen Herrn sehen möchte“, wie es ein altes Sprichwort sagt, entwickle sich in diesem Jahr zufriedenstellend, blickt Gehde optimistisch auf eine gute Ernte seiner rund 600 Hopfenpflanzer, mit denen das Unternehmen Kontakte abgeschlossen hat. „Die Hallertau ist vom Erscheinungsbild der Hopfengärten geprägt“, stellte Ruth Müller fest. Und deshalb müsse auch die Politik die Rahmenbedingungen für diese Sonderkultur entsprechend gestalten und sich Gedanken über Fragen der Bewässerung und der Forschung hinsichtlich der Klimaveränderungen machen. „Die Landwirte sind die größten Landeigentümer und tragen deshalb eine besondere Verantwortung für eine nachhaltige Bewirtschaftung“, so Müller. Zugleich seien sie auch deshalb Hauptbetroffene des Klimawandels und sehen sich einer gestiegenen Erwartungshaltung der Gesellschaft gegenüber. Deshalb müsse man auch bei der Förderstruktur der Landwirtschaftspolitik auf Nachhaltigkeit setzen.

 

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