Wachsamkeit - auch heute

Veröffentlicht am 22.03.2018 in Wahlkreis

Ausstellung über Weiße Rose eröffnet

Furth. Vor 75 Jahren wurden Mitglieder der „Weißen Rose“, einer studentischen Widerstandsbewegung gegen das NS-Regime, verurteilt und hingerichtet. Aus diesem Anlass steht in der Aula des Maristen-Gymnasiums eine Ausstellung der „Stiftung Weiße Rose“ zu den Hauptbeteiligten, deren Motivation und dem geschichtlichen Umfeld. Die Ausstellung hatte Landtagsabgeordnete Ruth Müller organisiert, die auch die Eröffnungsrede gehalten hatte. Sie begann mit dem Ermächtigungsgesetz und das berühmte Zitat des SPD-Fraktionsvorsitzenden Otto Wels, „Freiheit und Leben kann man nehmen, die Ehre nicht.“ Es sei eine Sternstunde der Demokratie gewesen, danach sollte dieser Satz „bittere Wahrheit für viele Millionen Menschen“ werden.

Auch die Mitglieder der Weißen Rose hätten einen hohen Preis bezahlt, um zum Symbol für Freiheit, Verantwortung, Gewissen und Toleranz zu werden. Müller mahnte Wachsamkeit an: Zu schnell könne sich ein demokratischer Staat in eine Diktatur verwandeln, die Zivilgesellschaft sei zerbrechlich. Müller ging anschließend auf einige der Protagonisten der Weißen Rose und deren Flugblätter ein. Sie prangerten einen Staat „rücksichtsloser Knebelung“ an, verwiesen auf die Sinn- und Aussichtslosigkeit des Krieges, verurteilten die Ermordung der Juden als das „fürchterlichste Verbrechen an der Würde des Menschen.“ Jeder einzelne trage die Verantwortung, hatte Müller aus dem Abschiedsbrief von Willi Graf zitiert. Diesen las Elisa Brückl anschließend komplett vor. Eingangs hatte Siegfried Ascherl im Namen der Schulleitung begrüßt, und Fachbetreuer Anton Hilz wünschte sich für den neuen G9-Lehrplan, dass auch der Widerstand gegen das NS-Regime in der Oberstufe wieder gebührend Platz finde. Begonnen habe dieser Widerstand mit Sozialdemokraten, Kommunisten und Gewerkschaftern, später habe vor allem die Berufsgruppe der katholischen Priester prozentual am meisten Opfer gebracht. Musikalisch wurde die Veranstaltung durch die „Moorsoldaten“, einem Klassiker des Widerstands, Konstantin Weckers Geschwister-Scholl-Lied und „Ist da jemand?“ von Adel Tawil begleitet.

 

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