SPD fordert einen neuen bayerischen Weg in der Agrarpolitik

Veröffentlicht am 01.07.2020 in Landwirtschaft & Forsten

Drastischer Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern - Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik und Stärkung der Erzeuger dringend notwendig

Angesichts der heutigen (01.07.) Vorstellung des Agrarberichts 2020 im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten betont die agrarpolitische Sprecherin Ruth Müller, dass ein neuer bayerischer Weg in der Agrarpolitik erforderlich wird. Große Sorgen bereitet der Abgeordneten der drastische Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern: „In den vergangenen zehn Jahren haben wir über 11 Prozent der Betriebe im Freistaat verloren - mehr als im Bundesschnitt! Wenn wir so weiter machen, werden wir in zehn Jahren einen Strukturbruch vorfinden, der unsere ländlichen Räume und unsere Vielfalt in der Landwirtschaft massiv beeinträchtigen wird.“

Des Weiteren kritisiert Müller, dass dem diesjährigen Bericht die Kapitel "Pflanzliche Produktion“ und „Tierische Produktion“ fehlen: "Stattdessen wird über "Urban Gardening" berichtet. Das ist zwar innovativ, unsere Landwirtinnen und Landwirte können davon aber nicht überleben."

Mit Blick auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft fordert die Abgeordnete außerdem eine Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik. Man müsse weg von der bloßen Förderung nach Fläche und hin zu einer attraktiven Entlohnung für Gemeinwohlleistungen wie dem Gewässer- und Artenschutz: „Das jetzige System der Flächenförderung hat sich angesichts der Betriebsaufgaben nicht bewährt, um unsere Strukturen zu erhalten. Wer dies jetzt noch propagiert, riskiert unsere Landwirtschaftskultur." Darüber hinaus müssen die Erlöse für Lebensmittel steigen, um den Landwirtinnen und Landwirten ein solides Auskommen zu ermöglichen. Hierzu seien eine Stärkung der Erzeugerinnen und Erzeuger in der Wertschöpfungskette und wirksame Kriseninstrumente wie eine Milchmengenreduzierung im Krisenfall notwendig, so die SPD-Expertin.

 

Martina Fehlner, tourismuspolitische Sprecherin der BayernSPD-Fraktion und ebenfalls Mitglied im Agrarausschuss, fordert dringend eine Analyse der Urlaubsangebote auf dem Bauernhof und eine bessere Förderung für dieses sehr wichtige Segment im bayerischen Tourismus: „Hier ist der Freistaat gefordert. Es ist wichtig, mit neuen Förderprogrammen die Situation zu verbessern und den Betrieben neue Einkommensquellen zu eröffnen." Ein entsprechender SPD-Berichtsantrag wurde im letzten (24.06.) Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eingebracht und einstimmig angenommen.

 

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