Minister besuchte Musterbetrieb

Veröffentlicht am 18.10.2016 in Landwirtschaft & Forsten

Landwirt mit vier weiteren Betriebszweigen – Fachgespräch zum Zuckermarkt

Bayerbach. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat den bäuerlichen Familienbetrieb Koller in Greilsberg besucht. Nach einer Vorführung der neuesten Zuckerrübenerntemaschinen und einem Rundgang über den Vierseit-Hof mit angeschlossener Schnapsdestillerie wurde mit Vertretern aus Landwirtschaft, Forschung, Politik und Wirtschaft über die Zukunft des Zuckerrübenanbaus diskutiert. Im Fachgespräch ging es vor allem um die 2017 bevorstehende Aufhebung des Quotensystems am EU-Zuckermarkt.

Der Besuch des Zuckerrübenanbaubetriebs in Greilsberg ist Teil einer Reihe von Betriebsbesichtigungen durch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Vertreter der Zuckerrübenverbände, des Landwirtschaftsamts, des Bauernverbandes und von Südzucker sowie stellvertretender Landrat Alfons Satzl und die Landtagsabgeordnete Ruth Müller (SPD) und Jutta Widmann (Freie Wähler) nahmen an dem Rundgang teil.

Rund 50 Personen, darunter auch Zuckerrübenvizekönigin Sophia Meindl, verfolgten auf dem Feld hinter dem Familienbetrieb die Rübenernte. Vorgeführt wurden ein Ropa-Rübenroder mit digitaler Technik sowie eine Holmer-Verlademaus mit Reinigungsgerät und Datenübermittlung. Außerdem erklärte Betriebsleiter Thomas Koller, wie nützlich der GPS-gesteuerte Schlepper für ihn im Alltag ist. „Der Boden ist mein höchstes Gut“, so der Landwirt, durch die satellitengestützte Steuerung wird exakt die gleiche Spur im Feld befahren.

Thomas Koller führte die Besuchergruppe durch den Haupterwerbsbetrieb mit Winterweizen- und Kartoffellager und erklärte, dass die Landwirtschaft rund zwei Drittel des Erwerbs abdecke. Ein Drittel wird von den weiteren Betriebszweigen gedeckt. Eine Lagerhalle ist gewerblich vermietet, es wird eine Photovoltaikanlage betrieben, Frontgewichte werden produziert und der Edelbrandsommelier betreibt eine Schnapsbrennerei.

Gelassen, talentiert und innovativ führe der Unternehmer Koller seinen rund 100 Hektar großen Betrieb, war Minister Helmut Brunner voll des Lobes für den Landwirt. Mit den vielen weiteren Standbeinen neben der Landwirtschaft sei er ein echtes „Paradebeispiel“.

Im anschließenden Fachgespräch ging es um die Auswirkungen des Wegfalls der Zuckerquote und des Mindestpreises auf die Landwirte und die Zuckerindustrie. Jörg Reisenweber von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft meinte, pro Hektar könnte eine Einbuße von rund 1 000 Euro auf die Zuckerrübenbauern zukommen, warnte aber davor, aus dem Rübenmarkt auszusteigen. Wenn erst die Marktmechanismen in Kraft treten, dann würden sich die bayerischen Zuckerrübenbauern behaupten können, meinte Gerhard Stadler, Bezirkspräsident des Bauernverbandes Niederbayern zuversichtlich.

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner sagte im Gespräch mit den Zuckerrübenexperten, er wünsche sich mehr Dialog mit den Verbrauchern und eine höhere Transparenz in der Landwirtschaft, denn regionale Vermarktung sei die Zukunft. Immer mehr Menschen seien bereit, mehr Geld für gesunde regionale Lebensmittel auszugeben. „Der Trend hin zu regionalen Produkten wird anhalten“, so Brunner. Als Dank für den Besuch überreichte der Minister einen Bierkrug mit Zinndeckel, der eigens für das 500-jährige Jubiläum des Reinheitsgebotes hergestellt worden war.

Die Zuckerrübe sei eine „durchmaschinisierte Frucht“, so Thomas Koller. Auf 15,2 Hektar baut der Agrarbetriebswirt Zuckerrüben an, und das im Mulchsaatverfahren. Er habe viele Hobbys einfach zum Betriebszweig ausgebaut, so der 50-Jährige, und er sei „Unternehmer, nicht Unterlasser“, betonte Thomas Koller und sagte, seine gute Ausbildung, seine Einstellung „nicht jammern, sondern machen“, ein funktionierendes Netzwerk und „die große Familie im Dorf“ machten seine Arbeit zum absoluten Traumjob. Im Anschluss an das Fachgespräch zum Zuckerrübenpreis konnten die Teilnehmer eine selbst gekochte Kartoffelsuppe, frische Kiachal und einen selbst gebrannten Hofschnaps verkosten.

Text: Bianca Marklstorfer/Landshuter Zeitung

Bild: Tobias Hase/ StMELF

 

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