Kommunaler Hochwasserschutz im Einklang mit der Umwelt

Veröffentlicht am 02.07.2017 in Wahlkreis

SPD-Abgeordnete besichtigen Maßnahmen zum Hochwasserschutz in Altdorf

Rund ein Jahr nach den Hochwasserereignissen 2016 machten sich die Pfeffenhausener Landtagsabgeordnete gemeinsam mit Bundestagskollegin Rita Hagl-Kehl, sowie der Landshuter Stadträtin Anja König ein Bild von den Hochwasserschutzmaßnahmen in Altdorf.

In den Jahren 2003 und 2004 wurde der Bauabschnitt 1 des Hochwasserschutzes verwirklicht, der insbesondere den Neubau einer Schlauchwehranlage umfasste. Im Rahmen des neuen Schlauchwehres wurde auch eine Wanderhilfe für Fische geschaffen, außerdem trägt das neue Wehr zu einer Verbesserung des Hochwasserschutzes bei und bildet das Verbindungsstück zwischen den Hochwasserschutzbereichen Altdorf Nord und Süd.

Durch den Ausbau der Pfettrach ist jedoch eine Verschärfung der Hochwassergefahr am Unterlauf Richtung Landshut entstanden. Die Befürchtungen der Bürger wurden durch die große Überschwemmung der Ortschaft Eschenlohe im Jahr 2005 noch verstärkt und auch das Wasserwirtschaftsamt stufte die Arbeiten für den Bauabschnitt 2 Altdorf Süd als vordringlich ein. In Zusammenarbeit des Marktes Altdorf, der Anlieger, dem Wasserwirtschaftsamt, sowie des Bezirks und des Freistaats gelang es, in den Jahren 2006 bis 2008 den Hochwasserschutz zwischen Schlauchwehr und der Fußgängerbrücke zu errichten.

Danach wurde der Unterabschnitt 3 zwischen Fußgängerbrücke und Parkstraße in Angriff genommen. Die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Pfettrach in Altdorf Süd mit Gesamtkosten von 3,95 Mio. Euro wurden von staatlicher Seite mit 2,24 Mio. Euro bezuschusst, die die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller in der Antwort auf eine Anfrage zum Interkommunalen Hochwasserschutz erfahren hat.

„Interkommunaler Hochwasserschutz ist der einzig wirklich nachhaltig gangbare Weg, denn Ausbaumaßnahmen an Gewässern zum Schutz vor lokalen Hochwassern wirken sich immer auf die Unterliger aus und das führt meistens zu einer Verschärfung der dortigen Hochwassergefahr“, so Ruth Müller.

Um den Markt Altdorf vor Hochwasserschutz zu schützen, insbesondere die Folgen von Starkregenereignissen abzuwehren, wurde weitere Vorsorge getroffen. Zwei Regenrückhaltebecken, eins am Gansbergergraben mit 1.200 Kubikmetern Volumen (Kosten 102.000 Euro – Zuschuss 13.000 Euro) und eins am Bucher Graben (3. Bauabschnitt) mit 20.400 Kubikmetern Volumen und Kosten in Höhe von 477.000 (Zuschuss 257.000 Euro) sichern den Markt zusätzlich ab und verringern das Hochwasserrisiko für die Kommunen am weiteren Unterlauf.

Im gesamten Landkreis Landshut wurden in den letzten zehn Jahren 16 Hochwasserschutzmaßnahmen mit einem Bauvolumen von 12,23 Mio. Euro durchgeführt. Dafür flossen staatliche Zuschüsse in Höhe von 7,43 Mio. Euro. Bei sechs Maßnahmen handelte es sich um Ausbaumaßnahmen an Vils und Pfettrach. Weiter wurden zehn Regenrückhaltebecken mit einem Gesamtvolumen von 241.550 Kubikmetern zum Schutz vor Starkregenereignissen erstellt, konnte Ruth Müller berichten.

„Nur ein Anfang“, so Müller, „denn immer neue Gefahrenstellen durch zunehmende bauliche Nachverdichtung, Flächenversiegelung, intensive Landnutzung, nicht an Hochwasser angepasste Bauweisen sowie unangepasste Stadt- und Ortsentwicklungen müssen berücksichtigt werden. Es ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen, zusammen mit dem Landkreis und dem Wasserwirtschaftsamt, interkommunale Hochwasserschutzkonzepte zu entwickeln“. Für integral wirkende Rückhaltemaßnahmen zum Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser ergibt sich somit ein Fördersatz von 75 %, bei einem Gewässerausbau ist der Fördersatz auf 60 % erhöht. Interkommunale Hochwasserschutzmaßnahmen bei den Gewässern 3. Ordnung werden nach den derzeit gültigen Förderrichtlinien (RZWas 2016) mit einem Zuschlag von 10 % gegenüber den üblichen Fördersätzen für entsprechende Maßnahmen gefördert, so Müller.

 

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