Gedankenaustausch zur Landwirtschaftspolitik mit Bayern und Katalonien

Veröffentlicht am 28.02.2024 in Allgemein

Die beiden niederbayerischen Abgeordneten Ruth Müller (SPD) und Mia Goller (Grüne) im Gespräch mit der Vertreterin der Regierung.

Bei Katalonien denken die meisten Menschen zuerst an Badestrände und Barcelona. Dabei gibt es neben dem Tourismus im Nordosten von Spanien auch viel Landwirtschaft, die von einem großen Anteil an Bio-Landwirtschaft geprägt ist: Mit 2,35 Mio. Hektar Bioanbaufläche (17,1 % der gesamten Bioanbauflache in der EU) ist Spanien das führende EU-Land in Bezug auf Bioanbaufläche. Mit fast zehn Prozent aller Biolandwirte und mehr als 25 Prozent der Bio-Verarbeitungs- und Vermarktungsunternehmen Spaniens ist Katalonien eine der führenden Regionen Spaniens beim Bioanbau und die führende Region bei Verarbeitung und Handel. Dies war einer der Gründe, weshalb die Vertreterin der Regierung von Katalonien, Marie Kapretz bei ihrem Besuch in Bayern mit den beiden Landwirtschaftspolitikerinnen Ruth Müller (SPD) und Mia Goller (Grüne) ins Gespräch kommen wollte. Denn der Klimawandel sorgt auch an Katalonien für einen Wandel in der Landwirtschaftspolitik. „Noch nie hatten wir eine so lange Dürreperiode wie jetzt“, berichtet Kapretz bei dem Treffen im Bayerischen Landtag. Seit 37 Monaten habe es kaum geregnet und das habe Folgen für den Umgang mit Wasser. Nicht nur, dass der Wassernotstand in den Kommunen ausgerufen wurde, die das Befüllen von Swimming-Pools und das Autowaschen untersagt und den persönlichen Bedarf auf 90 Liter pro Einwohner begrenzt. Auch die Landwirtschaft müsse die Bewässerung ihrer landwirtschaftlichen Flächen um 80 Prozent einschränken, für die tierhaltenden Betriebe sind Einsparungen von 50 Prozent verpflichtend. „Wasserberatung und Grundwasserschutz spielt auch in Bayern eine immer wichtigere Rolle“, so Mia Goller. Und Ruth Müller berichtet, dass man in der letzten Legislaturperiode sich beispielsweise intensiv mit den Sonderkulturen Wein und Hopfen und den Folgen des Klimawandels beschäftigt habe.

Es bestehe ein besonderes Interesse der Regierung, den Frauen in der Landwirtschaft eine gleichberechtigte Anteilnahme an der Politik möglich zu machen, erläuterte Kapretz. Deshalb sei sie daran interessiert, weitere Frauennetzwerke zu entwickeln, denn man wisse, dass gesellschaftliche Veränderungen und stabile politische Systeme besser funktionieren, wenn sie von Frauen getragen und unterstützt werden.

Die Landwirtschaftsministerinnen von Niedersachsen und Katalonien hätten beispielsweise im Frühjahr 2022 eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in landwirtschaftlichen Themen unterzeichnet. Insbesondere geht es um den Wissenstransfer im Bereich der nachhaltigen Agrarproduktion, der Agrarforschung und der beruflichen Bildung. Die Landwirtschaft stehe in Katalonien vor genau so großen Herausforderungen wie in Niedersachsen, erklärten die Landwirtschaftsministerinnen. Als Partner wollen sie an Lösungen arbeiten, um Ökonomie und Ökologie gerecht zu werden.

 

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