Das lange Warten auf den Kinderarzt

Veröffentlicht am 09.10.2018 in Gesundheit

Gutachten bestätigt Einschätzung der SPD-Gesundheitspolitikerin Ruth Müller

Die medizinische Versorgungsituation für junge Familien in Landshut und Umgebung ist schon seit längerem deutlich angespannt. Immer mehr Kinderarztpraxen sind an der Grenze des Machbaren angekommen. Übervolle Praxen und monatelange Wartezeiten für Regeluntersuchungen sind die Folge. Einige Eltern machen sogar die Erfahrung, dass sie mit ihren Kindern als neue Patienten überhaupt nicht mehr in den Praxen aufgenommen werden und lassen ihrem Unmut dann in sozialen Netzwerken freien Lauf.

Geht man rein nach der Datenlage der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns ist fast der gesamte Freistaat statistisch gesehen mit Kinderärzten mehr als ausreichend versorgt. Die Realität sieht aber ganz anders aus. Die SPD Gesundheitspolitikerinnen im Bayerischen Landtag haben ihren Augenmerk schon seit längerem auf dieses Problemfeld gelenkt und erreicht, dass es Anfang dieses Jahres auf ihre Initiative einen Bericht im Gesundheitsausschuss des Bayerischen Landtags gegeben hat. Erschreckende Erkenntnis: bayernweit besteht ein eklatantes Missverhältnis zwischen theoretischen und tatsächlichen Verhältniszahlen. Dieser bayernweite Versorgungsengpass ist für die betroffenen Familien ein untragbarer Zustand. Die veränderte kinderärztliche Versorgungsrealität erfordert dringend eine Neuberechnung der Planungsbereiche. Für eine Neuordnung bedarf es allerdings den Gemeinsamen Bundesausschuss, der dazu ein Gutachten in Auftrag gegeben hat.

Müller hat dieses Gutachten nun angefordert und darin sind die Grundlagen dafür gelegt, dass die derzeit gültigen Richtlinien neu überarbeitet werden können.

 „Im Grunde sind sich alle Experten einig: die Berechnung, wie viele Kinder- und Jugendärzte wir in Bayern brauchen, stimmt hinten und vorne nicht mehr und wir als Boomregion mit enormem Zuzug brauchen endlich Versorgungs-sicherheit für junge Familien!“, bekräftigte die Landtagsabgeordnete Ruth Müller ihre Hoffnung, die sie in das neue Gutachten des Bundeausschusses in Berlin setzt.

Ruth Müller will sich künftig weiterhin vehement dafür einsetzen, dass es nicht nur mehr Kinderarztsitze, sondern auch mehr Geld geben soll, um den höheren Versorgungsbedarf auch finanzieren zu können. Denn die stärkere Beanspruchung der Kinderärzte liegt eben auch daran, dass zusätzliche Vorsorge - Untersuchungen hinzugekommen seien, der Beratungsbedarf der Eltern steigt und ein Arztsitz als belegt gilt, unabhängig davon, ob die Praxis 25 oder 40 Sprechstunden anbietet.

 

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