Damit aus Tierliebe kein Tierleid wird

Veröffentlicht am 12.12.2025 in Allgemein

MdL Ruth Müller warnt vor gut gemeinten vierbeinigen Weihnachtsgeschenken

Hamster, Hund oder Katze stehen bei vielen Kindern ganz oben auf dem Weihnachtswunschzettel. „Ich kann diesen Herzenswunsch gut verstehen und Tiere sind für Kinder tolle Wegbegleiter“, stellt die niederbayerische SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller fest. Gleichzeitig warnt sie eindrücklich davor, eine solche Entscheidung aus Herz und Bauch heraus zu treffen, denn nicht selten landen diese Tiere wenige Wochen nach Weihnachten im Tierheim, weil Verantwortung und Pflegeaufwand doch zu groß waren.

Während in der Corona-Zeit ein Adoptionsboom stattgefunden hat und viele Tierheimtiere ein neues zu Hause fanden, wurden kurz nach dem Ende der Pandemie viele Tierheime regelrecht überschwemmt. Eine konkrete Statistik zur Entwicklung abgegebener Tiere gibt es zwar nicht, aber der Deutsche Tierschutzbund und der bayerische Landesverband berichten seit 2022 von einem starken Anstieg von abgegebenen oder ausgesetzten Katzen, Hunden und Kleintieren.  „Hinzu kommt gerade auf dem Land, dass sich viele dieser ausgesetzten und verwilderter Katzen ungebremst vermehren“, weist Ruth Müller auf ein weiteres Problem hin. Mehrfach hatte sie sich als ehemalige tierschutzpolitische Sprecherin zusammen mit den Fraktionskollegen aus der BayernSPD für eine flächendeckende Katzenschutzverordnung, die eine Kastrationspflicht einschließt, eingesetzt – bis jetzt ohne Erfolg.

Mehrere Medien berichteten im vergangenen Jahr von Rekordzahlen in den niederbayerischen Tierheimen und damit weiter steigenden Kosten für Futter, Tierarzt und Co. Viele Tierheime haben mittlerweile einen Aufnahmestopp verhängt. „Wir fordern seit Jahren die bayerische Staatsregierung auf – auch bei den aktuellen Haushaltsberatungen -, die finanzielle Förderung für die Tierheime der sich dramatisch verschlechternden Situation anzupassen. Finanzielle Placebos reichen hier einfach nicht mehr, und keinesfalls können Ehrenamt und private Spenden diese Finanzlücke schließen“, betont Müller.

In über der Hälfte der Bundesländer gibt es bereits eine Landestierschutzbeauftragte oder einen Landestierschutzbeauftragten. „Bayern ist leider nicht dabei, obwohl wir diese wichtige Stimme für den Tierschutz seit Jahren fordern“, bedauert die SPD-Politikerin. 

Am Ende habe es aber auch jeder Einzelne in der Hand, Tierschutz im Alltag vorzuleben. „Jedes Tier mehr – und sei es nur ein Hamster – belasten unsere ohnehin überfüllten Tierheime zusätzlich und aus Tierliebe wird Tierleid“, appelliert Ruth Müller an das Verantwortungsbewusstsein der Eltern, gut abzuwägen, bevor ein Tier zum Weihnachtsgeschenk wird.   

   

 

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