SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller besucht Polizeiinspektion Rottenburg
SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller besucht Polizeiinspektion Rottenburg
Cyberkriminalität, Betrugsmaschen am Telefon und im Internet sowie die zunehmende Belastung durch häusliche Gewalt standen im Mittelpunkt eines Austauschs zwischen der SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller und der Polizeiinspektion Rottenburg. Gemeinsam mit der Rottenburger SPD-Stadträtin Rosmarie Schmid informierte sich Müller vor Ort über die aktuelle Sicherheitslage und die Herausforderungen für die Beamtinnen und Beamten. Gesprächspartner waren Dienststellenleiterin Annette Hartl und Polizeihauptkommissar Wolfgang Strasser.
Ein zentrales Thema war die wachsende Zahl von Betrugsdelikten im digitalen Raum. Besonders sogenannte Schockanrufe, Enkeltrick-Betrug oder betrügerische Nachrichten per WhatsApp würden weiterhin viele Menschen verunsichern. „Die Täter setzen gezielt auf Angst, Zeitdruck und emotionale Ausnahmesituationen“, erklärte Hartl. Umso wichtiger seien Prävention und Aufklärung – gerade bei älteren Menschen, die häufig zur Zielgruppe solcher Maschen würden.
Für komplexe Betrugsfälle gibt es bei der Kriminalpolizei in Landshut inzwischen ein eigenes Sonderdezernat. Dennoch sei die Aufklärung häufig schwierig. Viele Täterbanden agierten professionell aus dem Ausland, etwa aus Nigeria oder anderen Drittstaaten und verschieben auch die erzielten Vermögenswerte international, wodurch Ermittlungen langwierig und die Strafverfolgung kompliziert würden. Im Zuständigkeitsbereich der Polizei Rottenburg wurden im vergangenen Jahr mehr als 500 Betrugstaten registriert, davon ca. 100 aus dem Phänomenbereich Cybercrime mit einer Schadenssumme, die sich ca. um eine Millionen Euro bewegt.
Positiv fällt dagegen die allgemeine Aufklärungsquote der Polizeiinspektion Rottenburg aus: Mit 76,5 Prozent liegt sie deutlich über dem Durchschnitt des Landkreises Landshut von 72,1 Prozent und weit über dem bayerischen Schnitt von 64,9%. „Diese Quote zeigt, mit wie viel Professionalität und Engagement hier gearbeitet wird“, betonte Müller.
Sorge bereitet allerdings die Personalsituation. Derzeit stehen 36 Sollstellen einer aktuell verfügbaren Personalstärke von 27,2 gegenüber. Gleichzeitig verschärft der demografische Wandel die Lage: Viele erfahrene Beamtinnen und Beamte aus der Babyboomer-Generation sind bereits oder gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand, während Nachwuchs immer mehr fehlt, berichtete Erste Polizeihauptkommissarin Annette Hartl. „Unsere Polizei braucht ausreichend Personal – und zwar nicht erst dann, wenn die Belastungsgrenze überschritten ist“, sagte Müller. Gute Polizeiarbeit brauche Präsenz vor Ort, Zeit für Prävention und genügend Kapazitäten für immer komplexere Ermittlungen.
Ein weiteres ernstes Thema war die zunehmende häusliche Gewalt. Die Polizei beobachtet auch im ländlichen Raum steigende Fallzahlen. Diese fänden oft im Umfeld von wirtschaftlichen Sorgen, sozialen Belastungen und Alkoholprobleme statt, berichtete Polizeihauptkommissar Wolfgang Strasser. Diese Entwicklung spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Häusliche Gewalt nimmt in ganz Deutschland seit Jahren zu. Rosmarie Schmid zeigte sich betroffen: „Häusliche Gewalt ist kein privates Problem hinter verschlossenen Türen, sondern ein gesellschaftliches Alarmsignal.“
Zum Abschluss bedankte sich Ruth Müller bei den Beamtinnen und Beamten für ihren täglichen Einsatz: „Sicherheit entsteht nicht von allein. Sie entsteht durch Menschen, die Tag und Nacht Verantwortung übernehmen – oft unter hohem Druck. Diese Arbeit verdient nicht nur Dank, sondern auch die bestmögliche politische Unterstützung.“
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