Büchereien als Bildungstreffpunkte verstehen

Veröffentlicht am 25.11.2016 in Wahlkreis

Die Pfeffenhausener Abgeordnete Ruth Müller ist enttäuscht über die Ablehnung des SPD-Haushaltsantrages zur Förderung der öffentlichen Bibliotheken im Haushaltsauschuss.

Wie wichtig öffentliche Bibliotheken sind, davon konnte sich die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller bei einem Besuch zusammen mit den Vertretern des SPD-Ortsvereins Rottenburg in der Bücherei am Schulzentrum überzeugen. Bücherei-Leiter Bernhard Sotzny schilderte die vielfältigen Anforderungen, die eine kommunale Bücherei bewältigen müsse.

Von der elektronischen Ausleihe bis hin zu den immer aktuellsten Büchern für alle Alters- und Interessensgruppen müsse man gut aufgestellt sein. Derzeit habe man rund 16.000 Medien in der Ausleihe – von Kochbüchern über Romane bis hin zu Hörbüchern. Oftmals werden öffentliche Büchereien auch mit der Hilfe Ehrenamtlicher betrieben, während die Kommunen für die Raum- und Anschaffungskosten verantwortlich zeichnen. Umso wichtiger ist der staatliche Zuschuss für die öffentlichen Bibliotheken, zeigte sich Müller überzeugt, die der örtlichen Bücherei in Rottenburg bei ihrem Besuch auch eine Spende überreichte.

Mit 25 Millionen Besuchern pro Jahr würden diese Einrichtungen mehr als alle anderen Kultureinrichtungen genutzt. Die Förderung des Lesens sei auch in Zeiten der Digitalisierung enorm wichtig, denn durch das Lesen und Vorlesen werde die Sprache gebildet.

Anfang der 1990er Jahre betrugen die staatlichen Fördermittel noch 5,7 Millionen Euro im Jahr, konnte Ruth Müller berichten. Deshalb forderte sie mit der SPD-Landtagsfraktion eine Erhöhung der Förderung des öffentlichen Bibliothekswesens in den Haushaltsjahren 2017 und 2018 jeweils von 2,64 Millionen Euro auf 3,17 Millionen Euro  - das hätte einer Erhöhung von rund 20 Prozent entsprochen. Damit hätte man die Folgen der drastischen Mittelkürzungen ausgleichen können. „Eine Ungleichheit der Bildungschancen und der Lebensqualität im Freistaat, die im Bereich der Büchereien besonders den ländlichen Raum trifft, verstößt gegen den Geist der Bayerischen Verfassung“, stellt Ruth Müller klar. Und gerade Familien seien um ein gutes Büchereiangebot

Der seit Jahren anwachsende Modernisierungsstau im Bereich dieser Kultur- und Bildungseinrichtungen, die gleichzeitig als Treffpunkte dienen, liege den Kommunen schwer im Magen und sollte mittelfristig bis zum Jahr 2020 abgebaut werden. Um dringend notwendige Bau- und Sanierungsmaßnahmen zu finanzieren bräuchten kommunale und kirchliche Büchereiträger für ihre anstehenden Vorhaben Planungssicherheit, so Müller weiter. Anstelle der von der SPD-Landtagsfraktion geforderten Erhöhung in Höhe von 530.000 Euro, die von der Mehrheitsfraktion abgelehnt wurde ist nun lediglich eine Erhöhung um 50.000 Euro vorgesehen.

 

Bildunterschrift: Büchereileiter Bernhard Sotzny (li.) freute sich über das Interesse der Abgeordneten Ruth Müller (3.v.re.) und des SPD-Ortsvereins unter Leitung von Angelika Wimmer (re.)

 

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