Agrarbericht: SPD kritisiert Höfesterben und mangelnde Klimaanpassung

Veröffentlicht am 21.10.2026 in Allgemein

Müller: „Wir brauchen keine Agrarpolitik, die das Höfesterben statistisch begleitet“

Die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Müller, hat anlässlich der Vorstellung des Agrarberichts 2026 im Bayerischen Landtag die Landwirtschaftspolitik der Bayerischen Staatsregierung scharf kritisiert. „Nicht Hochglanzfotos und schicke PR-Termine entscheide über die Zukunft der Landwirtschaft in Bayern , sondern die Zahl der Höfe, die eine Zukunft haben“, erklärte Müller heute im Landwirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags.

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern ist seit 2022 von rund 103.000 auf nur noch 98.138 gesunken. „Fast 5.000 Höfe weniger in vier Jahren – rechnerisch schließen jeden Tag mehr als drei Betriebe ihre Hoftore“, so Müller. Gleichzeitig steigen die Pachtpreise, während insbesondere kleinere Betriebe wirtschaftlich unter Druck geraten.

Dringenden Handlungsbedarf sieht die SPD-Politikerin bei der Anpassung an den Klimawandel. Nach dem vergangenen Dürre-Sommer liegen die erwarteten Ernteverluste bei Getreide bei 14 Prozent, bei Mais sogar bei 30 bis 40 Prozent. Müller fordert deshalb mehr Unterstützung für Wasserrückhalt, Humusaufbau und klimaangepasste Anbaumethoden. „Wir können das Wetter nicht ändern – aber wir können ändern, wie gut unsere Landwirtschaft darauf vorbereitet ist“, stellt Müller fest.

Kritik übt Müller auch am verfehlten Ausbau des Ökolandbaus. Statt der gesetzlich vorgesehenen 20 Prozent werden in Bayern bislang lediglich 13,5 Prozent der Fläche ökologisch bewirtschaftet. Die Staatsregierung müsse erklären, wie sie das Ziel von 30 Prozent bis 2030 noch erreichen wolle.

Müllers Fazit zum Agrarbericht: „Wir brauchen keine Agrarpolitik, die das Höfesterben statistisch begleitet. Wir brauchen Konzepte, die Bayerns Landwirtschaft und seine Betriebe fit für die Klimaerhitzung und dessen Folgen machen. Die dafür sorgen, dass die Menschen in Bayern sich gutes Essen leisten können, das in Bayern regional und am besten ökologisch produziert wird. Was wir nicht brauchen: Einen Bericht, der nur das Höfesterben statistisch begleitet.“

 

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