
SPD-Politiker Ralf Stegner bescheinigt der Gemeinde eine bundesweite Vorbildfunktion
Buch. Ralf Stegner übte in Schleswig-Holstein bereits die Ämter des Finanz- sowie Innenministers aus, derzeit ist er Landesvorsitzender der SPD. Der Ortsverband Vilsbiburg konnte den Politiker zum 100-jährigen Bestehen als Festredner gewinnen. Auf seinem Weg durch Bayern machte das Nordlicht auf Anraten der Landtagsabgeordneten Ruth Müller Halt in Buch - „einer der vorbildlichsten Gemeinden Deutschlands“, wie Stegner feststellte.
Die Zeit von Ralf Stegner ist knapp bemessen – auf der Zugfahrt aus dem hohen Norden kam es zu Verzögerungen. Wichtig war ihm der Besuch in der Gemeinde Buch trotzdem, auch wenn der hiesige Rathauschef Franz Göbl den Termin aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen konnte. Die Vorstellung der Kommune übernahmen daher nach dem obligatorischen Eintrag ins Goldene Buch die Gemeinderatsmitglieder Sabine Gröger und Ralf Bareither: „Wir sind eine demografiegerechte Gemeinde“, fasste Bareither den Bucher Werdegang im letzten Jahrzehnt zusammen. Rund 3 850 Einwohner habe die Kommune derzeit, inklusive gesundem aber bedachtem Wachstum.
Entsprechend halten es die Bucher bei der Grundstücksvergabe mit einem Einheimischen-Modell: „Wir wollen, dass unsere Kinder hierbleiben können“, erklärte Sabine Gröger dem SPD-Politiker. Der staunte nicht schlecht, als Bareither die Errungenschaften und künftigen Projekte der Gemeinde auflistete: Generationenpark, terrassierte Baugebiete, genossenschaftliches Wohnen. „In so einer Form hab ich das in so einer kleinen Gemeinde noch nie gesehen – das ist große Klasse“, schwärmte Stegner. „Ein wahres Musterbeispiel“, fand auch Ruth Müller, die den Kontakt zwischen Stegner und Bürgermeister Göbl hergestellt hat. „Es ist eine Herausforderung, das so hinzukriegen. Aber es geht – wie man hier vor Ort sehen kann.“
Zahnarzt, Kindergarten, Seniorenwohnheim, Einzelhandel – ein Luftbild veranschaulicht, wo im Dorf die einzelnen Anlaufstellen zu verorten sind. Die Karte quillt vor Begrifflichkeiten fast über, denn: „In Buch ist nichts weit weg“, erläuterte Sabine Gröger – und bestätigte diese Aussage bei der Ortsbegehung: Erst präsentierte man Stegner den Generationenpark, eine Minute später begutachtete die SPD-Größe den Baufortschritt am genossenschaftlichen Wohnprojekt.
Konnte Stegner den Spaziergang durch den Generationenpark noch genießen, holte ihn am Baugebiet das politische Tagesgeschäft ein: Spontane Telefonkonferenz – die Personalie Hans-Georg Maaßen stand auf der Tagesordnung.
Anschließend war der 58-Jährige schnell wieder bei der Sache: „Hier sind Sport, Erholung und Gemeinschaft auf engstem Raum vorhanden“, bescheinigte er den Gemeindevertretern. „Das hat Zukunft und findet hoffentlich viele Nachahmer.“ Genau so könne man dem demografischen Wandel entgegentreten – „nicht nur in Bayern, sondern überall in Deutschland“.
Text: Florian Pichlmaier, Landshuter Zeitung